Kontaktverbot in St. Georg wird die Probleme mit der Prostitution verschlimmern

25. Januar 2012 – Zur vom Senat beschlossenen Verordnung ‚Kontaktverbot in St. Georg‘ erklärt die Fraktionsvorsitzende der FDP in der Hamburgischen Bürgerschaft Katja Suding:

„Die vom Senat beschlossene Verordnung ist und bleibt ein Papiertiger. Entschlossenheit soll signalisiert werden, bei genauer Betrachtung offenbart sich hingegen die Ohnmacht im Kampf gegen Prostitution. Seit 1980 ist Prostitution in St. Georg verboten. Die Probleme bestehen hingegen weiterhin.

Die neue Verordnung zum Kontaktverbot wird daran auch nichts ändern. Im Gegenteil, die Situation wird verschärft: Die oft drogenabhängigen Frauen werden durch das Kontaktverbot weiter kriminalisiert. Die Prostitution wird sich mehr in die Nebenstraßen verlagern, die Frauen werden noch weniger den Schutz der Öffentlichkeit nutzen können. Wichtige Hilfsangebote, wie die des Vereins ragazza e.V., werden weniger Zuspruch bei den betroffenen Frauen finden. Ihre Lage wird sich weiter verschlechtern.

Wer die Prostitution eindämmen will, muss sich direkt um die Frauen und ihre großen Probleme kümmern. Verordnungen gibt es genug – direkte Hilfen hingegen nicht."